#1 19-12-2008 21:44:43

Cliffhanger
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Scott Sigler: Infiziert

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»Infiziert« von Scott Sigler
Verlag: Heyne
538 Seiten, Preis: 8,95 €
Erschienen: September 2008
ISBN-13: 978-3-453-43363-2



Über das Buch:

Normale Menschen verwandeln sich urplötzlich in Psychopathen, die erst ihre Familie und dann sich selber töten. Die CIA vermutet einen neuartigen Erreger als Biowaffe und setzt die Epidemologin Margaret Montoya ein, um die Fälle unter höchster Geheimhaltung zu untersuchen.
Die Wahrheit aber ist viel schrecklicher: Außerirdische Samenkapseln nisten sich in Menschen ein, um sie als Wirt zu benutzen. Auch der ehemalige Footballer Perry Dawson wird von diesen Samen befallen. Als er schließlich dreieckige Wucherungen am Körper bemerkt und fremde Stimmen in seinem Kopf hört, nimmt er den Kampf gegen die Invasoren und damit gegen sich selber auf.


Meine Meinung:

Scott Sigler wurde bekannt als Autor von Kurzgeschichten, Drehbüchern und Romanen im Bereich Wissenschaft und moderner Horror. Seinen Thriller EarthCore veröffentlichte er als exklusiven Podcast-Roman in 20 Episoden. Er fand auf Anhieb 10000 Abonnenten dafür, worauf die großen Verlage auf ihn aufmerksam wurden.

Jeder dürfte Filme und Bücher im Stile von »Die Körperfresser kommen« kennen. Menschen werden von Außerirdischen übernommen, machen Jagd auf andere Menschen und benehmen sich auch sonst ganz seltsam. Bis jetzt wurde man vor vollendete Tatsachen gestellt und niemand hat sich je der Frage angenommen, was in den Wirtskörpern so vor sich geht. Bis jetzt ...

»Infiziert« besteht aus 2 Handlungssträngen. In einem wird das Problem erkannt und mit Montoya eine Wissenschaftlerin darauf angesetzt, die bei ihren streng geheimen Untersuchungen ein großes Problem hat: Die toten Körper der Infizierten lösen sich innerhalb kürzester Zeit auf. Diese Szenen sind recht plastisch geschildert und sparen nicht mit Blut, sind aber nur ein Nebenkriegsschauplatz.

Der eigentliche (Anti)Held des Buches ist aber Perry Dawson, ein Ungetüm von einem Mann, Ex-Footballprofi, leicht erregbar und dann sehr, sehr aggressiv. Jucken an verschiedenen Körperteilen kündigen seine Infizierung an, es geht ihm immer schlechter und so schließt er sich in seiner Wohnung ein. Von den Misshandlungen seines Vaters gestählt und mit unbezähmbarer Willenskraft, versucht er, seinen eingewachsenen Peinigern Herr zu werden. Was folgt, ist ein mitreißendes Kammerspiel, in dem sich Perry einen gnadenlosen und bluttriefenden Kampf mit diesen Parasiten liefert, während er sich vom fast normalen Menschen zum völlig durchgeknallten Killer entwickelt.

Es ist selten, aber hier übertreiben die aufgedruckten Pressestimmen nicht. »Infiziert« wirkt tatsächlich wie ein Gemeinschaftsprojekt von Stephen King und Cronenberg in Bestform und bedient die Ansprüche aller Genrefans aufs Beste: Es ist gruslig, eklig, sauspannend geschrieben und spielt mit den Urängsten des Lesers, bis er alle Schmerzen selber zu spüren glaubt. Der schwarze, teils skurrile Humor zwischendurch ist das Salz in der Suppe und macht das Buch endgültig zu einer Perle in dem Genre.


Meine Bewertung:

5-5


"Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt."
Borges, Jorge Louis - argentinischer Dichter

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